Personalrat aktuell 24.07.2026

NR. 15 | AUGUST I 2026

TOP-THEMA: PERSONALMANGEL –

Welche Möglichkeiten haben Sie als Personalrat?

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Auch kirchliche Arbeitgeber müssen Gleiches gleich bezahlen
Fragen der Eingruppierung und Vergütung gehören zu den Themen, mit denen Sie als Personalrat regelmäßig konfrontiert werden. Nicht selten entsteht der Eindruck, dass Beschäftigte trotz vergleichbarer Tätigkeiten unterschiedlich bezahlt werden. Dann stellt sich die Frage, ob diese Ungleichbehandlung rechtlich zulässig ist.
Kein Tagegeld für den persönlichen Fahrer eines Ministers
Dienstreisen und Reisekosten werfen in der Praxis des öffentlichen Dienstes immer wieder Fragen auf. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat nun entschieden, dass der ständige persönliche Fahrer eines Landesministers keinen Anspruch auf Tagegeld hat (23.4.2026, Az. 6 AZR 211/25).
Wenn einzelne Mitglieder im Personalrat nicht mitziehen
In Ihrer Funktion als Vorsitzende oder Vorsitzender eines Personalrats kennen Sie diese Situation vermutlich: Beschlüsse sollen vorbereitet oder umgesetzt werden, doch einzelne Mitglieder ziehen nicht mit oder blockieren Entscheidungen. Für die Handlungsfähigkeit des Gremiums kann das zur echten Belastungsprobe werden.
Personalmangel im öffentlichen Dienst: Welche Möglichkeiten haben Sie als Personalrat?
Der Personalmangel im öffentlichen Dienst ist längst kein Ausnahmephänomen mehr, sondern prägt vielerorts den Arbeitsalltag. In Ihrer Funktion als Personalrat sind Sie regelmäßig mit überlasteten Teams, unbesetzten Stellen und wachsendem Arbeitsdruck konfrontiert. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Servicequalität und Verlässlichkeit öffentlicher Dienstleistungen weiter an.
Fristlose Kündigung scheitert an verspäteter Aufklärung und fehlender Abmahnung
Das Arbeitsgericht (ArbG) Arnsberg hat eine für die Personalratsarbeit praxisrelevante Entscheidung zur außerordentlichen Kündigung getroffen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wann eine fristlose Kündigung wegen angeblicher Pflichtverletzungen – hier im Zusammenhang mit Abwerbevorwürfen – noch wirksam ausgesprochen werden konnte (31.3.2026, Az. 1 Ca 877/25).
Fehlende Mitwirkung bei amtsärztlichen Untersuchungen ist für Ihre Kollegen riskant
Vor der Entscheidung über die Dienstunfähigkeit ist eine genaue Analyse erforderlich. Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster darf der Dienstherr vor einer Untersuchungsanordnung vorbereitende Aufklärungsmaßnahmen verlangen, einschließlich Schweigepflichtentbindungen und Unterlagen, wenn ernsthafte Zweifel an der Dienstfähigkeit bestehen und diese dokumentiert sind (29.5.2026, Az. 1 B 484/26). Für Sie als Personalrat liegt die Herausforderung darin, diesen Spielraum nicht zu einem Freibrief werden zu lassen.
Fehlende Kontaktaufnahme zur Agentur für Arbeit kann Indiz für Diskriminierung sein
Das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln hat eine für die Praxis der Personalräte bedeutsame Entscheidung getroffen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Pflichten Arbeitgeber im Bewerbungsverfahren gegenüber schwerbehinderten Menschen haben und welche Folgen Pflichtverletzungen nach § 164 SGB IX haben können (30.1.2026, Az. 10 SLa 561/24).
So unterstützen Sie als Personalrat bei dienstlichen Beurteilungen
Dienstliche Beurteilungen gehören zu den sensibelsten Instrumenten der Personalentwicklung. Sie entscheiden über Beförderungen, Karrierewege und berufliche Perspektiven. In Ihrer Funktion als Personalrat werden Sie daher regelmäßig mit Fragen rund um Bewertung, Transparenz und Nachvollziehbarkeit konfrontiert. Gerade weil Beurteilungen häufig als subjektiv empfunden werden, kommt Ihrer Begleitung eine besondere Bedeutung zu.

Arbeitshilfen

  • Checkliste: Personalmangel wirksam im Blick behalten