Personalrat aktuell 12.09.2025

SONDERAUSGABE SEPTEMBER 2025

SONDERAUSGABE: PSYCHISCHE BELASTUNG – So schützen Sie sich und die gesamte Belegschaft vor Stress

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DAK Psychreport 2025: Psychische Erkrankungen unter den Top 3 der Erkrankungsgruppen
Im April 2025 wurde der DAK Psychreport veröffentlicht. Dieser hat ergeben, dass die meisten Ausfalltage durch Atemwegserkrankungen verursacht wurden, gefolgt von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und psychischen Erkrankungen. Daran sehen wir, dass gehandelt werden muss.
Auf welche Kollegen Sie besonders achten sollten
Ist einer Ihrer Kollegen übermäßigen psychischen Belastungen ausgesetzt, wird sich das früher oder später in einem Leistungsabfall oder auch in aggressivem Verhalten zeigen; Ihr Kollege schafft es einfach nicht mehr. Ist es erst mal so weit gekommen, ist es aber schon zu spät. Gehandelt werden muss weit früher.
„Nichts geht mehr!“ – So weit muss es nicht kommen
Es gibt die Fälle, in denen die Mitarbeiter an einen Punkt kommen, an dem nichts mehr geht. Sogar Schüler kommen heute schon an diesen Punkt. Das muss unbedingt vermieden werden, denn aus so einer Talsohle kommt man nur mit viel Kraft und Geduld wieder raus. Beides fehlt aber, wenn man in einem Burnout angekommen ist.
Gestalten Sie die Arbeitsplätze so stressfrei wie möglich
Nur viel Arbeit, nur die Kinder – das allein verursacht oft schon Stress, der uns schadet. Aber viel Arbeit, ein dunkles Zimmer, gemeine Kollegen, die Hausaufgaben on top – da ist zu viel Stress programmiert. Hier einige Dinge, auf die Sie als Personalrat in der Gesamtschau achten sollten, denn auf Seite 3 dieser Ausgabe konnten Sie es lesen: Stress ist ein Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit.
Denken Sie auch an den digitalen Stress
Digitaler Stress entsteht, wenn wir nicht gut mit den digitalen Technologien umgehen. Dabei geht es sowohl um die individuelle als auch um die strukturelle Nutzung. Ein Beispiel: Durch die Erfindung von E-Mail-Programmen wurde das zum Teil sehr aufwendige Schreiben von schriftlichen Mitteilungen auf Papier überflüssig. Informationen können so viel einfacher weitergegeben werden. Was früher allerdings 5 Mitteilungen am Tag waren, sind heute 50 E-Mails – eine unglaubliche Flut an Informationen. Das Ausreizen der Möglichkeiten durch die digitalen Technologien verursacht bei uns heute digitalen Stress.
Urteil zur Digitalisierung und Überwachung: Nicht alles ist erlaubt!
Von technischer Seite her ist zwar inzwischen sehr viel möglich, rechtlich ist aber auch im Zeitalter der Digitalisierung nicht alles erlaubt. Achten Sie auf die erweiterten Möglichkeiten Ihres Dienstherrn und steuern Sie gegen, denn erweiterte Überwachungsmöglichkeiten setzen Sie und Ihre Kollegen unter (digitalen) Stress. Aber Sie können zusammen mit dem Bundesarbeitsgericht (BAG) gegensteuern (27.7.2017, Az. 2 AZR 681/16).
Über- und Unterforderung sind Gift
Der Arbeit gar nicht mehr nachzukommen kann Stress verursachen. Am Schreibtisch zu sitzen und nur Däumchen zu drehen aber auch. Mitarbeiter beginnen sich zu langweilen, sich wertlos und nutzlos zu fühlen. Offensichtlich traut man ihnen ja nichts zu, wenn man sie nicht fordernd einsetzt. Das Problem: Dieser Frust schlägt ganz schnell um – in Aggression gegen die Kollegen.
Funkstille für Mitarbeiter der Dienststelle per Vereinbarung regeln
Vereinbaren Sie doch eine „Funkstille“ für Mitarbeiter. So nach dem Motto: Keine dienstlichen Mails nach 18 Uhr und am Wochenende. Der Grund: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps – so hat man früher gesagt, und das ist auch goldrichtig. Wer gearbeitet hat, der muss sich auch entspannen dürfen.

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