Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement für Betriebsräte 18.09.2025

NR. 10 | OKTOBER | 2025

TOP-THEMA: GEHÖR GUT VERSORGT – Mit der arbeitsmedizinischen Gehörvorsorge und Lärmschutz

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Mit dem Herbst kommen die Viren – denken Sie jetzt an den richtigen Infektionsschutz
Noch sind die Tage im goldenen Herbst warm und mild, aber in wenigen Wochen, vielleicht auch nur Tagen, startet die Virensaison 2025/2026. Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt vor einer verstärkten Zirkulation von Atemwegsviren wie Influenza-, SARS-CoV-2-, RSV- und Erkältungsviren. „Wie immer“, denken Sie sich jetzt vielleicht, und das stimmt, doch ein Unterschätzen führt zu mehr Krankheitsausfällen und damit zu einer höheren Belastung im Betrieb. Ein guter Infektionsschutz kann helfen, dass Ihre Kollegen gut und gesund durch den Winter kommen.
Schimmelpilze am Arbeitsplatz – jetzt im Herbst und Winter besteht diese Gefahr besonders
In der kalten Jahreszeit steigt das Risiko für Schimmelbildung in Büros, Werkstätten oder Sozialräumen. Jetzt lüften die Kollegen weniger, am Wochenende wird nicht geheizt und es ist durch die nassen Schuhe und Kleider mehr Feuchtigkeit in den Räumen. All das schafft ideale Bedingungen für Schimmelpilze. Handelt Ihr Arbeitgeber nicht rechtzeitig und der Schimmel entsteht, dann wird dies zu einer Gefahr für Ihre Kollegen. Ihr Arbeitgeber ist jetzt in der Pflicht.
Nutzen Sie die gesammelten Erfahrungen, um die Gefährdung psychischer Belastungen zu reduzieren
Als Betriebsrat beschäftigen Sie sich täglich bewusst oder unbewusst mit den Auswirkungen von Stress am Arbeitsplatz. Doch was hilft, um die Gefahren zu erkennen und gute Maßnahmen abzuleiten? Die BAuA hat vor wenigen Wochen ein neues Buch veröffentlicht und stellt darin praxisnahe Beispiele vor, wie Ihr Arbeitgeber Gefährdungen frühzeitig erkennen und vermeiden kann.
Auf die Ohren: Was Sie als Betriebsrat über die gehörmedizinische Vorsorge wissen müssen
Lärm gehört in vielen Betrieben zum Alltag, ob in der Produktion, im Handwerk, auf Baustellen oder in der Logistik. Doch andauernder Lärm ist nicht nur störend, sondern auch eine echte Gesundheitsgefahr. Lärm kann das Gehör dauerhaft schädigen, selbst wenn die Kollegen ihn subjektiv kaum noch wahrnehmen. Zudem löst Lärm Stress aus. Umso wichtiger ist die gehörmedizinische Vorsorge, die Ihr Arbeitgeber Ihren Kollegen anbieten muss. Schließlich gilt es, Schwerhörigkeit im Alter zu vermeiden. Sie als Betriebsrat spielen, wenn es um Aufklärung, Mitbestimmung und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben geht, eine zentrale Rolle. Sperren Sie Ihre Ohren auf für dieses spannende Thema.
Verletzung beim Kaffeetrinken: Ist das ein Arbeitsunfall oder nicht?
Das Leben ist manchmal merkwürdig. Aber auch Situationen, die für Außenstehende skurril wirken, können für die Betroffenen spürbare Folgen haben und sind alles andere als lustig. Das gilt auch im Zusammenhang mit möglichen Arbeitsunfällen. Ein Beispiel für skurrile Ursachen für Arbeitsunfälle ergibt sich aus einer Entscheidung des Landessozialgerichts (LSG) Sachsen-Anhalt vom 22.5.2025 (Az. L 6 U 45/23).
Handynacken?! Verspannungen und Schmerzen durch Smartphone und PC vermeiden
Ein Leben ohne Smartphone? Für die meisten Kollegen kaum noch vorstellbar. Das Mobiltelefon ist längst täglicher Begleiter: ob zum Lesen von Nachrichten, für berufliche E-Mails, beim Chatten mit Freunden oder für das Scrollen durch soziale Medien. Auch im Betrieb ist der Bildschirm ständiger Begleiter: PC, Tablet und Smartphone fordern unsere Aufmerksamkeit – und unsere Haltung. Denn wer dauerhaft nach unten schaut oder stundenlang vor dem Monitor sitzt, überlastet seine Halswirbelsäule. Das führt immer häufiger zu Verspannungen, Kopfschmerzen und Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich.
Kennen Sie NAKOS? Ein guter Wegweiser für Selbsthilfe im BEM
Wenn Kollegen länger erkrankt sind, dreht sich im BEM vieles um die Anforderungen des Arbeitsplatzes, die Leistungsfähigkeit des Betroffenen und die Wiedereinstiegsmöglichkeiten. Dabei wird der Mensch mit seinen krankheitsspezifischen Themen übersehen. Doch darin liegt viel Kraft, denn wer eine chronische Erkrankung oder eine seelische Belastung mit anderen Betroffenen teilt, erlebt nicht nur Entlastung, sondern gewinnt auch Hoffnung und Mut, die eigene Situation aktiv mitzugestalten. Genau hier setzt NAKOS an, die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen. Nutzen Sie dieses Portal für Ihre Betriebsratsarbeit.
Mit dieser Muster-Vorlage befragen Sie Ihre Kollegen zum Thema Kantinenzufriedenheit
Gutes und ausgewogenes Essen ist eine wichtige Grundlage für das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und auch für die Leistungsfähigkeit. Dennoch ist in vielen Betrieben das Thema „Verpflegung“ immer noch ein Zusatzangebot, das oft stiefmütterlich behandelt wird. Hier sind Sie als Betriebsrat gefragt! Über den Kantinenausschuss haben Sie die Möglichkeit, das Essensangebot zu verbessern. Zudem ist gutes Essen im Betrieb nicht nur für die Kollegen, sondern auch für Bewerber ein absoluter Bonuspunkt. Befragen Sie daher Ihre Kollegen nach ihrer Meinung und nutzen Sie dazu gerne diesen Muster-Fragebogen.
Ein guter Tipp für Kollegen, die Angehörige pflegen
Das Magazin „Ich pflege“ der Aktion „Das sichere Haus“ (DSH) richtet sich an pflegende Angehörige und liefert zahlreiche wertvolle Impulse, die Sie als Betriebsrat an die Kollegen weitergeben können, die einen Angehörigen pflegen. Es erscheint 2-mal jährlich, ist kostenlos und unterstützt Betroffene mit praktischen Tipps rund um Pflegeorganisation, rechtliche und finanzielle Fragen sowie Selbstfürsorge.

Arbeitshilfen

  • Übersicht: 6 Maßnahmen für einen besseren Infektionsschutz
  • Checkliste: Lärmschutz
  • Muster-Vorlage: Umfrage zur betrieblichen Verpflegung