Lebenslauf
| Datum/Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 12.07.1997 | Geboren in Mingora, Pakistan |
| 3.1.2009–9.10.2012 | Blog-Tagebuch für die BBC |
| Dezember 2011 | Erhalt des Nationalen Friedenspreises der Jugend |
| 9.10.2012 | Attentat der Taliban; sechs Tage später Verlegung in das „Queen Elizabeth Hospital“ in Birmingham, England |
| Dezember 2012 | Gründung des „Malala Fund“ |
| 2013–2017 | Besuch der „Edgbaston High School“ in Birmingham |
| 2013 | Erhalt des Sacharow-Preises des Europaparlaments Veröffentlichung ihrer Autobiografie „Ich bin Malala“ |
| 2014 | Erhalt des Friedensnobelpreises |
| seit 2017 | Friedensbotschafterin der UN |
| 2017-2020 | Studium der Fächer Politik, Wirtschaft und Philosophie an der Universität in Oxford |
| 9.11.2021 | Heirat von Asser Malik |
| 2022 | Kauf eines Hauses in London |
| 2025 | Veröffentlichung ihrer Memoiren „Finding My Way“ |
Als Mädchen hatte es Malala Yousafzai im von den Taliban beherrschten Swat-Tal im Nordwesten Pakistans nicht leicht: Zur Schule gehen, Musik hören, tanzen, unverschleiert öffentliche Räume betreten – all das war ihr und den anderen Mädchen verboten. Malala Yousafzai berichtete in einem Internet-Tagebuch darüber und ging trotz des Verbots weiter zur Schule. Beinahe hätte sie diesen Widerstand mit ihrem Leben bezahlt.
Aufgewachsen mit zwei Brüdern
Am 12. Juli 1997 wurde Malala Yousafzai in der im Swat-Tal liegenden Stadt Mingora geboren. Ihre Mutter, Toor Pekai Yousafzai, erhielt als Kind keine Schulbildung. Malalas Vater, Ziauddin Yousafzai, ist Lehrer und Bildungsaktivist. Dass ihre Tochter zur Schule gehen und lernen kann, war den Eltern aufgrund der eigenen Erfahrungen und Werte deshalb sehr wichtig.
Malala Yousafzai wuchs mit zwei Brüdern auf und besuchte zunächst ohne Einschränkungen die Schule. Ab 2007 gewannen die Taliban im Swat-Tal aber an Einfluss und grenzten die Rechte von Frauen und Mädchen massiv ein.
Persönliche Schilderungen im Blog-Tagebuch
Für den britischen Sender BBC schrieb Malala Yousafzai in einem Blog-Tagebuch über den Alltag unter der Terrorherrschaft, über die Gewalttaten in ihrer Heimat und über ihre Gefühle. Ihr Vater, der bereits als Bildungsaktivist bekannt war, war von Reportern der BBC für dieses Vorhaben angesprochen worden und hatte ihr das Tagebuch eingerichtet.
Zu ihrem Schutz schrieb Malala Yousafzai in ihrem Blog unter dem Pseudonym Gul Makai. Schnell wurde ihr Tagebuch in Pakistan bekannt und schließlich auch ins Englische übersetzt. 2011 wurde sie für ihren Einsatz für den „Internationalen Kinder-Friedenspreis“ vorgeschlagen und ihr Pseudonym in diesem Zuge aufgedeckt. Diesen Preis erhielt sie nicht, doch die pakistanische Regierung verlieh ihr den „Nationalen Friedenspreis der Jugend“ und benannte diesen im Dezember 2011 sogar nach ihr.
Im Fokus der Taliban
Doch mit der Aufdeckung ihrer Identität geriet Malala Yousafzai in den Fokus der Taliban. Sie spürten das Mädchen schließlich am 9. Oktober 2012 auf: Auf dem Rückweg von der Schule wurde der Schulbus angehalten, ein Taliban schoss mit einer Pistole aus nächster Nähe auf sie. Auch einige Mitschülerinnen wurden verletzt.
Malala Yousafzai überlebte dieses Attentat wie durch ein Wunder. Sie wurde zunächst in Peschawar behandelt, drei Tage später wurde sie – noch immer in Lebensgefahr schwebend – in ein Krankenhaus in der Metropolregion von Islamabad verlegt. Nach weiteren drei Tagen wurde sie nach Großbritannien ausgeflogen und im „Queen Elizabeth Hospital“ in Birmingham monatelang behandelt.
„Ich wurde stärker als zuvor“
„Nach dem Vorfall verschwand meine Angst einfach“, sagte Malala Yousafzai über das Attentat. „Meine Schwäche, meine Angst und meine Hoffnungslosigkeit starben an dem Tag. Ich wurde stärker als zuvor. Jetzt glaube ich, dass mich nichts mehr stoppen kann.“
Zehn Verdächtige waren nach dem Attentat verhaftet worden, verurteilt wurden letztlich jedoch nur zwei der Männer. Die beiden Haupttäter wurden Ende April 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt, die anderen acht Verdächtigen wurden freigelassen.
Familie reist auch nach England aus
Malala Yousafzai musste mehrfach operiert werden, erholte sich aber fast vollständig von dem Attentat. Am 7. Februar 2013 konnte sie das Krankenhaus verlassen. Ihre Eltern und Brüder reisten ebenfalls nach England aus, die Familie lebt seitdem gemeinsam dort.
Ab dem 20. März 2013 besuchte Malala Yousafzai wieder die Schule und ging auf die „Edgbaston High School“ in Birmingham. Dort machte sie 2017 ihren Schulabschluss und begann alsbald, an der Universität in Oxford zu studieren. Sie belegte die Fächer Politik, Wirtschaft und Philosophie und machte 2020 ihren Abschluss.
„Malala Fund“ für Bildung von Mädchen
Bereits kurz nach dem Attentat hatten Malala Yousafzai und ihr Vater Ziauddin Yousafzai in Zusammenarbeit mit der UNESCO den „Malala Fund“ gegründet. Die gemeinnützige Organisation setzt sich seither für die Bildung von Mädchen ein und unterstützt lokale Initiativen und Programme weltweit.
Für ihr Engagement wurde die Pakistani bereits 2013 mit dem „Sacharow-Preis“ ausgezeichnet. Der Preis ist nach dem Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow benannt und wird jährlich vom Europaparlament in Straßburg an Menschen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen.
Ebenfalls 2013 veröffentlichte die damals 16-Jährige ihre Autobiografie „Ich bin Malala. Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft“. Das „Time Magazin“ listete sie in diesem Jahr zudem unter den „100 einflussreichsten Menschen der Welt“.
Jüngste Friedensnobelpreisträgerin
2014 erhielt Malala Yousafzai gemeinsam mit dem indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi den Friedensnobelpreis. Sie war zu diesem Zeitpunkt die jüngste Trägerin dieses Preises – und ist es noch. „Der Friedensnobelpreis bedeutet, dass man von mir erwartet, noch mehr von dem zu tun, was ich bereits tat, dass ich den Rest meines Lebens diesem Ziel widmen sollte“, sagte sie über die Verleihung.
2017 wurde sie zudem zur Friedensbotschafterin der UN ernannt, und sie ist seither ebenfalls die jüngste Person in diesem Amt. Dieses nutzt sie insbesondere, um immer wieder auf das Recht auf Bildung aufmerksam zu machen. „Wenn wir Mädchen Bildung geben, verändern wir ihre Gemeinschaft und die ganze Gesellschaft“, sagte sie bei der Feier zu ihrer Ernennung. „Bildung ist ein grundsätzliches Menschenrecht für jedes Mädchen.“
Kurze Rückkehr nach Pakistan
Im März 2018, rund fünfeinhalb Jahre nach dem Attentat, kehrte Malala Yousafzai erstmals nach Pakistan zurück. Aus Sicherheitsgründen war ihre viertägige Reise bis kurz vor ihrer Ankunft geheim gehalten worden. Noch immer ist sie erklärtes Feindbild und Ziel von Extremisten, viele Pakistaner und Pakistanerinnen bezeichnen sie als „Verräterin“, „Nestbeschmutzerin“ und „Marionette der USA“.
Für andere ist sie hingegen ein Idol. „Die ganze Welt hat dir Ehre und Respekt zuteilwerden lassen, und auch Pakistan wird das tun“, betonte beispielsweise der damalige Premierminister Shahid Khaqan Abbasi.
„Heute bin ich sehr glücklich, dass ich nach fünfeinhalb Jahren meinen Fuß auf den Boden meines Heimatlandes gesetzt habe“, sagte sie nach ihrer Ankunft. „Es war immer mein Traum, nach Pakistan zurückzukehren. Ich möchte mich frei bewegen können in den Straßen, Leute treffen und mit ihnen in Frieden reden, ohne jede Angst. Ich hoffe, dass es wieder wie mein altes Zuhause wird, so, wie es früher war.“
Hochzeit im kleinen Kreis zu Hause
Am 9. November 2021 heiratete Malala Yousafzai ihren Partner Asser Malik, einen Manager beim pakistanischen Dachverband für Cricket. Die Beziehung hatte das Paar, das sich in Oxford kennengelernt hatte, lange geheim gehalten – auch weil ihre Eltern in dieser Hinsicht sehr konservativ waren. „Es war nicht die unbeschwerte Sommerromanze aus den Liebeskomödien“, erinnerte sich Malala Yousafzai. „Ich machte mir große Sorgen, erwischt zu werden.“
Die Hochzeit der beiden fand dann im kleinen Kreis und zu Hause statt.
Zweites Buch „Finding My Way“
Im Jahr darauf erwarb das Paar ein Haus in London, und es lebt seither in der englischen Hauptstadt.
Zuletzt veröffentlichte Malala Yousafzai ihr zweites Buch: „Finding My Way. Ein Memoir“ erschien im Oktober 2025. Darin beschreibt die junge Frau, wie sie in den Jahren nach dem Attentat ihren Platz in einer ihr nicht vertrauten Welt finden musste.