LESERFRAGE

„Darf unsere Kollegin trotz Epilepsie weiter am Bildschirm arbeiten?“

Leser haben uns diese Frage gestellt – wir liefern die Antwort.

Maria Markatou

09.01.2026 · 1 Min Lesezeit

Frage: Eine Kollegin hatte vor Kurzem einen Krampfanfall in der Dienststelle. Sie ist an Epilepsie erkrankt, wir alle wussten aber nichts davon. Sie hat dies nie vor uns thematisiert. Nun ist sie auf einer schon länger geplanten Kur. Nach der Reha wird sie in Kürze wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Einen großen Teil ihrer Aufgaben erledigt sie am Computer. Darf sie das weiterhin tun?

Bauen Sie Ängste ab

Maria Markatou: Ich denke, dass Ihre Kollegin weiter arbeiten kann.

Ja, grundsätzlich schon. Auch Beschäftigte mit Epilepsie sind an Bildschirmarbeitsplätzen einsetzbar, da meist keine Selbst- oder Fremdgefährdung durch Anfälle besteht. Bürotätigkeiten sind in der Regel ohne besondere Einschränkung möglich. Demgegenüber wird häufig behauptet, dass an Bildschirmarbeitsplätzen ein erhöhtes Risiko für die Auslösung von epileptischen Anfällen aufgrund einer bestehenden Fotosensibilität (epilepsietypische Veränderungen bei bestimmten Lichtreizen) vorliegt und hierdurch Anfälle ausgelöst werden können. Solche Reaktionen zeigen sich aber nur bei sehr niedrigen Bildwiederholfrequenzen, am häufigsten zwischen 15 und 20 Hz. Bei einer Frequenz von 65 Hz und mehr sind nur noch bei 4 % der fotosensiblen Personen mit Epilepsie EEG-Veränderungen zu beobachten. Auch weisen Bildschirmgeräte in der Regel Bildwiederholraten von 85 Hz und mehr auf. In diesem Bereich sind keine fotosensiblen Reaktionen bei Epileptikern bekannt.

Sie wollen weiter lesen? Hier geht es weiter:

Sie haben bereits Zugang?
Melden Sie sich einfach an und
lesen Sie sofort weiter.

Erweitern Sie Ihren Zugang!
Testen Sie dieses Produkt kostenlos!