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Auch der Personalrat darf keine Schmähkritik üben

Als Personalrat können und müssen Sie auch Kritik an der Dienststellenleitung üben. Sie müssen dabei aber – schon zu Ihrem Eigenschutz – darauf achten, dass Sie sich im Rahmen des Erlaubten bewegen. Schmähkritik ist tabu (Arbeitsgericht Berlin, 5.12.2024, Az. 58 Ca 4568/24).

Maria Markatou

07.02.2025 · 1 Min Lesezeit

Personalrat schießt mit seiner Kritik über das Ziel hinaus

Der Fall: Ein Vorstandsmitglied der ver.di-Betriebsgruppe ist bei der Freien Universität Berlin beschäftigt. Außerdem ist er freigestelltes Personalratsmitglied. Der Vorstand der Betriebsgruppe hatte Ende Januar 2024 auf der eigenen Internetpräsenz einen Aufruf zur Teilnahme an einem Aktionstag u. a. gegen die AfD veröffentlicht. Verbunden wurde dieser Aufruf mit Äußerungen über die Universität: Sie halte Tarifverträge nicht ein, gliedere Tätigkeiten unterer Lohngruppen mit einem hohen Anteil migrantischer Beschäftigter aus, bekämpfe Mitbestimmung und demokratische Prozesse. Gewerkschaftliche Organisierung sei ihr ein Dorn im Auge. Damit fördere auch die Universität den Rechtsruck und den Aufstieg der AfD. Wegen dieser Äußerungen wurde der Personalrat Anfang März 2024 abgemahnt. Seine Äußerungen seien ehrverletzende Kritik, die die Treue- und Loyalitätspflicht im Arbeitsverhältnis verletze. Der Personalrat klagte auf Entfernung der Abmahnung aus seiner Personalakte.

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