Regel 1: Regen Sie Ihre Kollegen zum Umdenken an
Als Betriebsrat müssen Sie geeigneten und motivierten Mitarbeitern den Weg für ein Betriebsratsmandat ebnen. Wichtig ist dabei, dass Sie kritischen Mitarbeitern die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber vorleben und eine sachbezogene, offene Kommunikation mit ihm pflegen. Setzen Sie sich dafür ein, dass Vorbehalte bei den Mitarbeitern abgebaut werden.
In diesem Zusammenhang sollten Sie als Betriebsrat immer wieder betonen, dass Sie auf pragmatische Lösungen für das Unternehmen setzen. Im Vordergrund darf nicht nur das Gesetzbuch stehen, sondern der gesunde Menschenverstand zum Wohle des Unternehmens und der Belegschaft.
Regel 2: Ermuntern Sie qualifizierte Kräfte zum Mandat
Betriebsratstätigkeit ist auch eine Form innerbetrieblicher Job-Rotation. Gute und qualifizierte Mitarbeiter erhalten während der Amtsperiode als Betriebsrat entscheidende Einblicke und Erfahrungen in innerbetriebliche Abläufe.
Die Mitarbeiter haben die Chance, sich durch die Betriebsratstätigkeit beruflich weiterzubilden. Denn sie erhalten Einblicke in die unterschiedlichsten Bereiche. Machen Sie den potenziellen Kandidaten klar, dass diese Tätigkeit ein neues, wertvolles berufliches und persönliches Blickfeld schafft. Aus diesem Grund kann die Mitgliedschaft eines Mitarbeiters im Betriebsrat sogar eine Empfehlung für eine spätere Führungsaufgabe sein.
Regel 3: Binden Sie Führungskräfte ein
Unabdingbare Voraussetzung für die Suche nach den richtigen Kandidaten ist, dass die Führungskräfte des Betriebs mitmachen. Natürlich tut der zeitweise, im Fall der Freistellung sogar volle Ausfall eines bewährten Mitarbeiters weh. Trotzdem sollten Sie diesen Umstand positiv „verkaufen“. Gute Mitarbeiter erhalten so Einblicke und Erfahrungen, die sie später, nach Abschluss der Betriebsratstätigkeit,
erfolgreich in ihrem beruflichen Alltag einsetzen können.
Regel 4: Sie stehen unter besonderem Schutz
Nehmen Sie Gespräche mit potenziellen Kandidaten auch zum Anlass, den Mitarbeitern die Angst vor Schwierigkeiten durch den Arbeitgeber zu nehmen. Denn egal, in welcher Funktion sich die Mitarbeiter engagieren: Sie alle profitieren von einem besonderen Kündigungsschutz. Das heißt, dass eine ordentliche Kündigung während Ihrer Amtszeit unzulässig ist.
Nachdem Sie gesehen haben, wie wichtig es ist, Kollegen frühzeitig zum Umdenken und Mitmachen zu bewegen, geht es nun um den entscheidenden nächsten Schritt: Wie gewinnen Sie konkret geeignete Nachfolger für Ihr Gremium? Damit Ihr Betriebsrat auch 2026 stark aufgestellt bleibt, zeigt Ihnen die folgende Checkliste praxisnah, wie Sie Lücken erkennen und passende Kandidaten ansprechen.