Persönlichkeit des Monats – Mai 2026

Marley Dias: Mit 11 Jahren die erste Online-Kampagne

Es gibt viele Frauen, die es auf ganz unterschiedlichen Gebieten weit gebracht haben. Dazu brauchte es Durchhaltevermögen und Stärke. Frauen, die sich entgegen allen Widerständen in Politik, Kunst und Wirtschaft einen Namen gemacht haben, schaffen damit neue Tatsachen des Möglichen.

ADIUVA

01.05.2026 · 4 Min Lesezeit

Lebenslauf

Datum/JahrEreignis
Januar 2005       Geboren in Philadelphia
November 2015Start der Kampagne „#1000BlackGirlBooks“
Seite 2016„Editor in Residence“ beim Magazin „Elle.com“
2017Auszeichnung mit dem „Smithsonian Ingenuity Award“
2018Erscheinen ihres Buches „Marley Dias Gets It Done: And So Can You!“
„TIME Magazine“ führt sie unter den „25 einflussreichsten Teenagern“
Jüngstes Mitglied der Forbes-Liste „30 Under 30“
2020Moderation der Netflix-Serie „Bookmarks: Celebrating Black Voices“
Seit 2021Botschafterin des Programms „Read Across Amercia“
2022Abschluss an der West Orange High School in West Orange, New Jersey
Seit 2022Studium der Soziologie, Afrikanistik und Afroamerikanistik an der Harvard University
 Autorin für „The Harvard Crimson“


Das Aktivismus und Einsatz für Gleichberechtigung nicht an Altersgrenzen geknüpft sind, beweist Marley Dias. Die Amerikanerin startete im Alter von knapp elf Jahren eine Online-Kampagne, um auf die Überrepräsentation weißer Hauptfiguren in der Schullektüre aufmerksam zu machen und dagegen vorzugehen. 1000 Bücher mit Schwarzen Mädchen als Hauptcharakteren wollte sie sammeln – es wurden mehr als 13.000 Stück.

Benannt nach Bob Marley

Marley Dias wurde im Januar 2005 in Philadelphia geboren. Sie ist nach dem berühmten Reggae-Sänger Bob Marley benannt. Wie dieser stammt auch Marley Dias‘ Mutter, Janice Johnson, aus Jamaika.

Die junge Amerikanerin wuchs in West Orange in New Jersey auf und besuchte dort die West Orange High School. Schon als Kind war Lesen ihre große Leidenschaft. Ihre Eltern brachten ihr zudem bei, wie wichtig es ist, das vielfältige Charaktere in Büchern vermittelt werden.

„Zuhause habe ich viel Zeit damit verbracht, mich selbst in Büchern wiederzuerkennen und Schwarze Mädchen als Hauptfiguren zu sehen. Doch in der Schule, insbesondere in der fünften Klasse, herrschte Ungleichbehandlung“, erzählte Marley Dias in einem Interview.

„Buch über einen weißen Jungen und seinen Hund“

„Jedes Jahr wollten sie, dass wir ein Buch über einen weißen Jungen und seinen Hund lesen“, erinnert sich Marley Dias. Eines Tages kam sie von der Schule darüber derart frustriert nach Hause, dass sie beschloss, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.

Im November 2015 startete sie – ermutigt von ihrer Mutter – die Online-Kampagne „#1000BlackGirlsBooks“. Ihr Ziel war es, 1000 Bücher mit Schwarzen weiblichen Hauptfiguren zu sammeln, die sie an eine Schule in Jamaika spenden wollte. „Ich habe nicht meine eigene Schule ausgesucht, weil mir klar wurde, dass selbst in überwiegend Schwarzen Regionen wie Jamaika, wo Schwarze die Mehrheit bilden, sie sich nicht wiederfinden und Narrative weißer Menschen immer noch aufgezwungen werden“, erklärt Marley Dias.

Kampagne verhalf zu Popularität

Schon nach wenigen Monaten gewann Marley Dias mit ihrer Kampagne große Aufmerksamkeit. Das Ziel von 1000 Büchern wurde schnell übertroffen, in den folgenden Jahren wurden mehr als 13.000 Bücher gespendet. Sie gingen an Schulen in Jamaika und in den USA. Noch immer können Interessierte die Kampagne unterstützen, sowohl finanziell als auch mit Hinweisen zu Büchern, die von Schwarzen Mädchen handeln.

Die Kampagne brachte aber nicht nur Bücher ein, sondern verhalf der jungen Amerikanerin auch zu Popularität. Etliche Medien berichteten über sie und ihr Engagement, darunter „CBS This Morning“, „Ellen Show“, „BBC“, „Today Show“, „The View“ und der Radiosender „NPR“.

„Ungeachtet von Erfahrung oder Glauben konnte ich meine Geschichte und meinen Wunsch, mich in Büchern repräsentiert zu sehen, nutzen, um mit Pädagogen und Gemeinschaften weltweit in Kontakt zu treten“, beschrieb Marley Dias in einem Interview. „Seit meinem elften Lebensjahr versuche ich, den Bedarf an vielfältigen Büchern als Aufruf zum Handeln gegen systematischen Rassismus in Klassenzimmern zu nutzen, der Schüler ihrer grundlegenden Freiheit beraubt, insbesondere der Freiheit, gesehen zu werden.“

Schon als Schülerin Autorin geworden

Über Marley Dias wurde aber nicht nur in den Medien berichtet, sie wurde schnell auch selbst zu gestaltenden Kraft. Seit 2016 schreibt sie als „Editor in Residence“ für das Online-Magazin „Elle.com“; 2018 veröffentlichte sie ihr Buch „„Marley Dias Gets It Done: And So Can You!“.

2017 wurde Marley Dias mit dem „Smithsonian Ingenuity Award“ des Magazins „Smithsonian magazine“, das damit die innovativen Persönlichkeiten der amerikanischen Gegenwart ehrt, ausgezeichnet. 2018 führte sie das „TIME Magazine“ unter den „25 einflussreichsten Teeanagern“, und die Zeitschrift „Forbes“ nahm sie als jüngstes Mitglied in die Liste „30 Under 30“ auf.

Rednerin und Moderatorin

Marley Dias wurde auch als Rednerin zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen. So sprach sie zum Beispiel bei der „United State of Women Summit“ im Weißen Haus, bei der „Forbes Women’s Summit“ und bei der UN-Initiative „Girl Up“.

2020 moderierte sie die Netflix-Serie „Booksmarks: Celebrating Black Voices“, in der Prominente Bücher von Schwarzer Autor*innen vorlesen.

Im April 2022 wurde die Schülerin zudem zu einem „Policy Briefing“ ins Weiße Haus eigeladen. Mit anderen jungen Frauen beriet sie über die Bewältigung der nationalen Krise im Bereich der physischen Gesundheit.

Studium in Harvard

Seit 2021 ist Marley Dias Botschafterin für die Kampagne „Read Across America“ der „National Education Association“.

Im Sommer 2022 machte Marley Dias ihren Schulabschluss und begann kurz darauf ihr Studium: Sie studiert Soziologie, Afrikanistik und Afroamerikanistik an der Harvard University. Seither schreibt sie auch für die Hochschulzeitung „The Harvard Crimson“.

Ihre Aufgabe als Aktivistin sieht Marley Dias darin, „junge Mädchen, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren Erfahrungen, zu motivieren, aktiv zu werden und das zu tun, was sie lieben und was anderen Menschen hilft“. Unterstützung, auch von Eltern, ist für sie der Schlüssel zum Erfolg, denn: „Die Welt zu verändern ist kein Akt der Einsamkeit.“

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