Lebenslauf
| Datum/Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 07.07.1991 | Geboren in Dresden |
| 1997–2002 | Spielerin beim FV Dresden 06 |
| 2005 | Deutsche U17-Meisterin |
| 2005–2011 | Spielerin beim 1. FFC Turbine Potsdam |
| 2008 | Deutsche U17-Meisterin U17-Europameisterin Berufung ins UEFA-Allstar-Team |
| 2009 | DFB-Hallenpokalsiegerin Deutsche Meisterin |
| 2010 | DFB-Hallenpokalsiegerin Deutsche Meisterin U20-Weltmeisterin Champions-League-Siegerin |
| 2011 | Deutsche Meisterin |
| 2011–2012 | Spielerin beim Hamburger SV |
| 2012–2014 | Spielerin beim BV Cloppenburg |
| 2014 | Heirat von Benjamin Eta |
| 2014–2018 | Spielerin bei Werder Bremen |
| 2018–2022 | Trainerin bei Werder Bremen |
| 2019–2023 | Ko-Trainerin beim DFB (Nationalmannschaft) |
| 2023–2026 | Ko-Trainerin beim 1. FC Union Berlin |
| Seit April 2026 | Cheftrainerin der Männer-Profimannschaft des 1. FC Union Berlin |
Sie machte einfach ihre Arbeit als Trainerin und konnte den Rummel um ihre Person nur bedingt nachvollziehen. Von den Medien, auch den internationalen, wurde Marie-Louise Eta für ihre neue Position jedoch ausgelassen gefeiert – zu Recht. Denn als erste Frau wurde sie zur Cheftrainerin einer Profi-Männermannschaft im Fußball befördert. Für viele Mädchen und Frauen, gerade im Fußball, ist sie damit zum Vorbild geworden.
Erste Cheftrainerin in den fünf großen Ligen
Im April 2026 trat Marie-Louise Eta beim 1. FC Union Berlin die Nachfolge von Steffen Baumgart an, der aufgrund der erfolglosen Leistungen der Mannschaft entlassen worden war. Die letzten fünf Spiele der Saison stand damit eine weibliche Cheftrainerin an der Seitenlinie der Bundesliga-Mannschaft der Männer. Das hatte es zuvor noch nie in der Bundesliga gegeben und auch nicht in den vier anderen großen europäischen Fußball- Ligen, der englischen Premier League, der spanischen Primera División, der französischen Ligue 1 und der italienischen Seria A.
„Ich verstehe, dass das für die Öffentlichkeit ein großes Thema ist und dass das gesellschaftlich eine Signalwirkung haben kann. Darum ging es mit aber nicht“, sagte Marie-Louise Eta in einem Interview und versuchte, die Aufregung um ihre Person zu dämpfen. Ihr ging es einfach um den Fußball. Wie so oft in ihrem Leben.
Seit der Kindheit auf dem Fußballplatz
Geboren wurde Marie-Louise Eta als Marie-Louise Bagehorn am 7. Juli 1991 in Dresden. Schon als kleines Mädchen war sie begeistert von Fußball, früh wurde ihr Talent entdeckt. Sie spielte deshalb nicht nur hobbymäßig Fußball, sondern ihr öffnete sich bereits als Mädchen eine Karriere als Fußballerin.
Sie begann 1997 beim FV Dresden 06 zu spielen, mit elf Jahren wechselte sie zum 1. FFC Fortuna Dresden-Rähnitz. Mit diesem Verein wurde sie in der D-Jugend Bezirksmeisterin und Bezirkspokalsiegerin; 2003 holte ihre Mannschaft im Weltfinale des „Fox Kids Cups“ zudem den dritten Platz.
Besuch einer Sportschule
Nach der Grundschule besuchte Marie-Louise Eta zunächst das Sportgymnasium in Dresden. Im Januar 2005 wechselte sie jedoch den Fußballverein, spielte fortan für den 1. FFC Turbine Potsdam und ging deshalb auf die Sportschule in Potsdam. „Ich hatte nur Fußball im Kopf“, sagte sie über diese Zeit. Ihre Vorbilder waren damals der englische Fußballspieler David Beckham und der spanische Fußballprofi Xavi (bürgerlicher Name: bürgerlich Xavier Hernández i Creus).
Wegen ihres herausragenden Talents spielte Marie-Louise Eta beim 1. FFC Turbine Potsdam direkt bei den B-Juniorinnen, obwohl sie vom Alter her eigentlich noch C-Juniorin war. Mit ihrer Mannschaft gewann sie 2005 die Deutsche Meisterschaft, ebenso in den Jahren 2006 und 2008.
Bundesligadebüt im Jahr 2008
In der Saison 2007/2008 war sie im Kader der zweiten Frauenmannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam, in der darauffolgenden Saison stieg sie in die erste Mannschaft und damit in die Bundesliga auf. Am zweiten Spieltag der Saison 2008/2009 spielte sie zum ersten Mal in der Startelf. Ihr erstes Bundesliga-Tor schoss Marie-Louise Eta, die als defensive Mittelfeldspielerin agierte, am 15. März 2009 vor heimischer Kulisse im Karl-Liebknecht-Stadion.
2009 gewann sie mit ihrer Mannschaft den DFB-Hallenpokal und die deutsche Meisterschaft. Auch 2010 holten sie und ihr Team diese beiden Titel und gewannen zudem die Champions League. 2011 feierten sie die dritte deutsche Meisterschaft in Folge.
Erfolge in der deutschen Nationalmannschaft
Die talentierte Fußballerin war auch Teil der deutschen Nationalmannschaft: Mit der U17-Nationalmannschaft gewann sie im Mai 2008 die Europameisterschaft und wurde nach dem Turnier in das „UEFA All-Star-Team“ berufen. „Sie arbeitete unermüdlich vor der Abwehr, doch nebenbei fand sie noch Zeit, sich ins Angriffsspiel einzuschalten“, begründete die UEFA diese Ehre.
Auch zur Weltmeisterschaft im November 2008 reiste Marie-Louise Eta mit der U17-Nationalmannschaft. Dort holte das Team die Bronzemedaille.
2010 nahm sie mit der U19-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft teil und erreichte das Halbfinale. Marie-Louise Eta gehörte auch zum Kader der U20-Nationalmannschaft und gewann mit dieser 2010 den Weltmeistertitel in Deutschland.
Frühes Karriereende als Spielerin
Zur Saison 2011/2012 wechselte Marie-Louise Eta zum Hamburger SV. Ende der Saison ging sie zum BV Cloppenburg und stieg mit diesem 2013 in die erste Bundesliga auf. Nach nur einer Saison stieg die Mannschaft wieder ab, Marie-Louise Eta wechselte daraufhin zum Zweitligisten Werder Bremen.
2014 heiratete die Fußballerin Benjamin Eta, der ebenfalls ehemaliger Fußballspieler und derzeit Trainer ist. Seit dem Jahr 2012 hatte er sie als Spielerberater vertreten.
Ihre Karriere als Spielerin musste Marie-Louise Eta aufgrund vieler Verletzungen frühzeitig beenden: Bereits zum Ende der Saison 2017/2018 gab sie ihr Karriereende bekannt, damals war sie gerade 26 Jahre alt.
Cheftrainerin von Jugendmannschaften
Nach ihrer Zeit als aktive Fußballspielerin begann Marie-Louise Eta, sich als Fußballtrainerin zu engagieren. Sie blieb dafür zunächst beim SV Werder Bremen und war in der Saison 2018/2019 Cheftrainerin einer Mannschaft der D-Junioren. Von 2019 bis 2021 war sie Cheftrainerin eines C-Juniorenteams.
Bereits seit November 2019 war Marie-Louise Eta nebenamtlich für den DFB tätig. Sie war zunächst Ko-Trainerin bei den U19-Juniorinnen und anschließend bei den U15-Juniorinen. Ab der Saison 2021/2022 war sie hauptamtliche Assistentin der Cheftrainerin der U15-Juinorinnen und beim SV Werder Bremen nur noch nebenamtlich als Ko-Trainerin einer C-Juniorenmannschaft aktiv.
Höchste Trainer*innen-Lizenz
Anfang 2022 begann Marie-Louise Eta ihre Ausbildung zur Pro-Trainerin, der höchsten Lizenzstufe im deutschen Trainer*innen-Wesen. Im Sommer 2022 verließ sie Werder Bremen und wurde Ko-Trainerin bei den U17-Juniorinnen des DFB.
Ihre Pro-Lizenz erhielt die Trainerin im Frühjahr 2023. Im Sommer ging sie zum 1. FC Union Berlin und wurde Ko-Trainerin der A-Junioren. Ab November war sie im Verein übergangsweise Ko-Trainerin der Profimannschaft und damit die erste Ko-Trainerin in der Geschichte der Bundesliga. Da die Bundesligisten in dieser Saison auch in der Champions League spielten, war Marie-Louise Eta auch hier die erste Ko-Trainerin überhaupt.
Zur Saison 2024/2025 kehrte Marie-Louise Eta als Ko-Trainerin zu den U19-Junioren des 1. FC Union Berlin zurück. In der darauffolgenden Saison wurde sie zur Cheftrainerin der U19-Junioren ernannt.
Inspiration für andere
Im April 2026 folgte dann der große Coup als Trainerin: Sie wurde zur Cheftrainerin der männlichen Profimannschaft befördert. „Als der Anruf kam, war ich erst mal überrascht. Ich habe mich aber über das Vertrauen gefreut“, erzählte Marie-Louise Eta in einem Interview.
Vorreiterin in der von Männern dominierten Domäne des Fußballs zu sein, darum ging es der jungen Trainerin allerdings nie. „Das war nie etwas, das ich mir vorgenommen habe. Ich habe aber versucht, diese Rolle anzunehmen, und ich freue mich, dass ich hier das Vertrauen habe und in der Fußball-Bundesliga arbeiten darf“, sagte sie weiter. „Natürlich ist es aber schön, dadurch die eine oder andere zu inspirieren, und dass sich dadurch die eine oder andere Tür mehr öffnet.“
Positive Reaktionen in internationalen Medien
Nicht nur die deutschen Medien titelten begeistert, dass erstmals eine Frau eine Profi-Männermannschaft als Cheftrainerin leitet. „Die erste Trainerin aller Zeiten“, jubelte beispielsweise die schwedische Boulevardzeitung „Aftonbladet“. Die spanische Sportzeitung „Marca“ schrieb: „Der Bundesligist hat eine im deutschen Fußball beispiellose Entscheidung getroffen.“
„Eta ist keine Unbekannte, wenn es darum geht, Grenzen niederzureißen“, hieß es beim britischen Sender BBC. Und die französiche Sportzeitung „L’Équipe“ titelte in ihrem Aufmacher: „Marie-Louise Eta, eine historische Entscheidung.“
Cheftrainerin der Männer bis Ende der Saison
Bis zum Ende der Saison leitete sie die Bundesliga-Mannschaft. Ihre Aufgabe war es, den Klassenerhalt des Teams zu sichern; denn bei ihrer Übernahme hatte der Bundesligist nur noch sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und elf Punkte auf einen direkten Abstiegsplatz.
Der Einstieg lief für sie allerdings nicht wie erhofft: Die Mannschaft verlor das erste Spiel unter ihrer Leitung. Die Saison beendete Marie-Louise Etas Team aber mit einem 4:0-Sieg gegen den FC Augsburg und mit 39 Punkten auf dem elften Platz.
Zur Saison 2026/2027 soll Marie-Louise Eta Cheftrainerin der weiblichen Profimannschaft des 1. FC Union Berlin werden.